*MAGIC*

FRANK AHLGRIMM, MARIA AMOS, PIA VON AULOCK, ELISABETH ALTENBURG, MATTHIAS BECKMANN, PEDRO BOESE, JOE BORG, NIKOLA FALLEY, LILI FISCHER,
PETER FISCHLI / DAVID WEISS, DENESH GHYCZY, FRANK HERZOG, BETTINA KHANO, PATRIK KOVACOVSKY, SVÄTOPLUK MIKYTA, ANNETTE PHILP, HANS PFROMMER, BODO ROTT, ALEXANDER VON SCHLIEFFEN, PHILIPP SCHÖNBORN, JULIA SCHRADER, ARMIN SUBKE, FRANZ STÄHLER, STEPANEK&MASLIN, ATTILA SZUCS, THOMAS THIEDE, RALF WITTHAUS

ERÖFFNUNG 16. JUNI 2018, 14 BIS 18 UHR

BEGRÜßUNG UND EINFÜHRUNG 14:30 UHR
KATHARINA KELLER, JULIUS TAMBORNINO, EMMANUEL WALDERDORFF

AUSSTELLUNGSDAUER 17.06. BIS 21.07.2018

FÜHRUNG SONNTAG 01. JULI 2018, 14 UHR
KATHARINA KELLER UND EMMANUEL WALDERDORFF

Sehen Sie hier den Fernsehbeitrag "Magische Ausstellung in Molsberg" des SWR Fernsehen.

Emmanuel Walderdorff - "Kunst ist Magie"


Die Emmanuel Walderdorff Galerie zeigt unter dem Titel „Magic“ eine große ortsspezifische Gruppenausstellung mit dem Ziel, das Hofgut Molsberg und den angrenzenden Schlosspark in einen magischen Ort zu verwandeln.
Auf dem Hofgut Molsberg, dessen Fachwerkgebäude aus dem 19. Jahrhundert stammen, wurde schon vor einigen Jahren die landwirtschaftliche Arbeit eingestellt. Die vielen Gebäude dienen der Galerie heute als Basis für ihre kulturellen Veranstaltungen. Der Schlosspark selbst entstand um 1785 und in der Phase der Erweiterung als Landschaftspark kamen um 1880 die Mammutbäume dazu, von denen noch sieben Riesen stehen. Zwischen den Weltkriegen verwilderte der Park und diente als Weidefläche. Schließlich wurde das Denkmal von 1999 bis 2010 in Stand gesetzt und ist mit seinen Blickachsen, Teichen, seinem außergewöhnlichen Baumbestand und dem weiten Blick in das Westerwälder Vorland einer der herausragenden Landschaftsgärten in Rheinland-Pfalz.

Auf diesem historischen Gelände zeigen im Frühsommer insgesamt 27 internationale und lokale Künstlerinnen und Künstler ihre Arbeiten zu „Magic“, Themen wie Illusion, Transformation, Religion, Scheinwelt, Séance, Aura, Übersinnlichkeit, Märchen und Geisterwelt.
„Kunst ist Magie, befreit von der Lüge, Wahrheit zu sein.“ Mit diesem Ausspruch beschrieb Theodor W. Adorno einmal die Gemeinsamkeiten von Kunst und Magie. Dahinter steckt die Überzeugung, dass die Wirkungskraft der Kunst letztlich über die reine Vernunft hinausgeht. Auch die Magie defi niert sich über ihre Unerklärlichkeit, wobei die Geschichte zeigt, dass es manchmal schlichtweg fehlende Sachkenntnis war, die einer Erklärung im Wege stand. So wurden viele Phänomene und Entwicklungen in Medizin und Technik zunächst als magisch angesehen, bevor sie für die Menschen rational greifbar wurden. Im gleichen Sinne ist auch gute Kunst immer ihrer Zeit voraus, da sie in der Lage ist, Themen abstrakt zu behandeln und entsprechende Fragen zu stellen, ohne dabei auf die Mittel der Sprache zurückgreifen zu müssen.
Die teilnehmenden Künstler verwenden dementsprechend die ganze Bandbreite künstlerischer Mittel, von der Bleistiftzeichnung von Matthias Beckmann, über Holzskulpturen von Frank Herzog und Wandmalerei von Thomas Thiede, bis hin zur einmaligen Rasenmäherzeichnung von Ralf Witthaus. Sie heben auf diesem Weg thematische und mediale Grenzen auf. Lili Fischer, Professorin em. für Performance und Feldforschung an der Kunstakademie Münster, wird ihre Köpfe aus Vlies wie Geister im Schlosspark auftauchen lassen. Patrick Kovacovsky, Professor für Kunst am Bau an der Kunstakademie Bratislava, wird den ehemaligen Kuhstall in eine begehbare Videoinstallation verwandeln. Alexander von Schlieffen zeigt in der alten Scheune seinen über 8 Meter langen Pilz-Zyklus (zuletzt beim Gallery Weekend in Berlin.) Von Annette Philp und Philipp Schönborn sind zeitgleich im b-05 Montabaur fünf Videos und monumentale Leuchtarbeiten zu sehen. Den kürzlich verstorbenen Franz Stähler ehren wir mit der Realisierung seiner geplanten Parkinstallation - ein Geschenk an die Natur. Alle Künstler zusammen lassen die Grenzen der Wahrnehmung mit ihren Kunstwerken verschwimmen und durch die magische Symbiose zwischen der Kunst und der historischen Stätte Molsberg die Realität überschreiten.